… Robert Ord

«Robert. Es war Robert Ord. Der Robbenjäger. Der Hansdampf. Der Mann – der junge Mann –, der ein Boot besass, ein eigenes Boot mit Ruder, Segel und Rumpf, das die Wellen wie ein Beil zerteilen und irgend etwas oder irgend jemanden zu der bleichen, gezackten Küste bringen konnte, die wie ein Trugbild über dem Horizont hing. (…) Er war gross, er schien aus seinen Robbenfellstiefeln herauszuwachsen, er war grösser, als sie ihn in Erinnerung hatte, und er grinste mit solcher Intensität auf sie herab, dass sie sich fragte, ob er vielleicht getrunken hatte.»

»‘Ich will keine Umstände machen’, murmelte er und stand gross und unbeholfen vor ihr. Er hielt eine zusammengerollte Decke unter dem Arm, und seine Jacke war an den Ellbogen geflickt. Im nächsten Augenblick zwängte er sich auf den Stuhl an dem fleckigen Tisch am Fenster; er hatte kaum Platz, seine Beine waren zu lang, das geneigte Küchendach drückte von oben, aber dann sass er. ‘Ich hab mir heute morgen auf dem Boot ein paar Abalonen gebraten, also …’ Er sprach den Satz nicht zu Ende, sondern klopfte seine Taschen ab, bis er gefunden hatte, was er suchte: eine Flasche. Er stellte sie auf den Tisch. ‘Möchtest du etwas trinken?’»

T. CORAGHESSAN BOYLE «San Miguel» («San Miguel»), 2012, übersetzt von Dirk van Gunsteren, Carl Hanser Verlag, 2013.