… Captain Edwardes

«Captain Edwardes besass nicht von Natur aus jene souveräne Ausstrahlung, die so vielen Seeleuten eigen ist. Er war klein, mit etwas kindlichen, aber dunklen Zügen. Seine Augen leuchteten, doch eher vor Begeisterung als vor Stärke; und man merkte, er wäre ausgesprochen umgänglich gewesen, hätte es ihm sein Posten erlaubt.»

«Es roch nach abgestandenem Meerwasser, abgestandenem Essen und abgestandener Luft; aber da war auch noch ein anderer Geruch: beissend wie Ammoniak. Ein kaum wahrnehmbarer Geruch, aber der Captain kannte ihn. (…) Es roch nach Angst. (…) Captain Edwardes witterte es und wusste, die Männer brauchten seinen Zuspruch; also bekamen sie ihn. Seine struppigen Augenbrauen ragten wie Hörner über seinen leuchtenden Augen, sein rundlicher Leib stand unerschütterlich wie ein Leuchtturm auf dem Fels. Denn er fühlte in sich eine Kraft wie ein Prophet, und sein Mut reichte für das ganze Schiff.»

RICHARD HUGHES «In Bedrängnis» («In Hazard. A Sea Story»), 1938, übersetzt von Michael Walter, Dörlemann Verlag, 2012.

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