… William Lithgow

von schischeglia

«Verständiger Leser! Wenn gute Bücher weise Ratgeber sind, so dürfen wahre Geschichten mit Fug und Recht unfehlbare Orakel, geheime Ratgeber, private Lehrmeister und treue Freunde zur Vermehrung des Wissens genannt werden, sofern man sie mit Bedacht liest und rechten Gebrauch von ihnen macht. Dieses unter grossen Mühen entstandene Werk enthält ausschliesslich Dinge, die ich mit eigenen Augen gesehen und erlebt habe (…). Da meine gefahrvollen Abenteuer das Ergebnis unzähliger Erlebnisse, Mühen, Freuden und Leiden sind, ist es nur vernünftig, sie sowohl dem massvollen und klugen Urteil der verständigen Leser vorzulegen wie auch der schwankenden Meinung verleumderischer Kritiker, die sich ungeniert über die Arbeit anderer auslassen, von ihrem eigenen Handwerk aber kaum das Nötigste verstehen. (…)

Bevor ich nun den Wohlmeinenden mein Werk überlasse, das seine Erwartungen nicht enttäuschen und seinen verdienten Dank finden wird, noch ein Wort an den kritischen Leser: Solltest du ein Lump, ein Grobian, ein Schurke, ein Querulant, ein Hanswurst oder ein dummer Esel sein, so sei ein Strick dein Lohn, damit meine leidvollen Reisen und die Mühen an diesem Buch vom tödlichen Gift deiner Verleumdung verschont bleiben. Geh hin und häng dich auf – ich pfeife auf deine Liebe wie auf deinen Hass und verbleibe: Dem Freundlichen stets zugetan, dem Missgünstigen, wie er’s verdient, William Lithgow

ROGER WILLEMSEN (Hg.) «Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow» («The Totall Discourse Of the Rare Adventures, and painefull Peregrinations of William Lithgow»), 1632, übersetzt von Georg Deggerich, mareverlag, Hamburg 2009

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